WIR SIND DAS VOLK!

Vorwort von Christoph Nix

Das war eine Parole nicht nur der Ost-Berliner Demonstranten 1989, sondern auch die der Bauern und Arbeiter, der Fuhrleute und Schlosser, die im Dezember 1918 in Telfs zur Ergänzungswahl des Gemeindeausschusses angetreten waren und endlich mitreden wollten. Volksbegehren und Volkstheater gehören zusammen, reklamieren eine andere Welt, in der es gleich und freundlich zuzugehen hat. Davon sind wir derzeit weit entfernt. Umso nötiger ist es, Theater zu spielen, Geschichten zu erzählen, von mutigen Frauen, die aufstehen und sich dem Lauf der Welt entgegenstellen. Hereinspaziert.

 

Margarete war eine von euch. Eine, die sich gegen Zwangsheirat wehrte und im Gegensatz zu ihrem schwachen Vater erkannte, dass die Repräsentanten eines Staates zunächst einmal die Aufgabe haben, die Schwachen zu schützen, statt sich die Taschen vollzumachen. Und Trine, die Protagonistin in „Ich bleibe hier“, die da lebte, wo heute nur noch ein Turm aus dem Wasser schaut, hat nicht akzeptiert, dass die italienischen Faschisten und die deutschen Nazis ihre Heimat zerstören.

 

„Ich bleibe hier“, „Monster und Margarete“, aber auch der wunderbare Kreisler-Abend sind Volkstheaterstücke, die wir Ihnen mit den Autor:innen, Regisseur:innen, Spieler:innen, Ausstatter:innen, Techniker:innen und allen anderen Ermöglicher:innen zum Geschenk machen – als ein Volkstheater, das die Finger in die Wunden legt und Geschichten nicht in der Vergessenheit ertrinken lässt.

 

Herzlichst, Ihr Christoph Nix

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