Förderer

Wir danken allen Förderern, Gönnern und Partnern
der Tiroler Volksschauspiele!

Vorwort Tiroler Volksschauspiele Telfs 2019

Schon seit Jahrzehnten gehört das sommerliche Theaterereignis der Tiroler Volksschauspiele zu den Höhepunkten im Kulturkalender der Marktgemeinde Telfs. Diesmal dürfen wir uns auf ein besonders spannendes und interessantes Event freuen.
Zu einen steht mit „Verkaufte Heimat“ – der Bühnenfassung des gleichnamigen TV-Zweiteilers – wieder ein Stück von Felix Mitterer auf dem Programm. Zum anderen machen die Volksschauspiele einmal mehr mit einem außergewöhnlichen Schauplatz von sich reden. Das Stück spielt sozusagen am „Originalschauplatz“, in der Telfer Südtiroler Siedlung.
Die Verwandlung der vor rund 80 Jahren errichteten und nun vor dem Abbruch stehenden Häuser zur Theaterkulisse stellte eine besondere Herausforderung dar. Das Szenario erinnert an die allerersten Volksschauspiele in Telfs im Jahr 1982, als die Ruine des alten Rathaussaals zur Spielstätte umfunktioniert wurde. In gewisser Weise kehren die Volksschauspiele damit „zu ihren Ursprüngen zurück“.
Ich gratuliere den bewährten Theatermachern zu dieser und den vielen anderen innovativen Ideen rund um die Aufführung von „Verkaufte Heimat“, und ebenso zum hochkarätigen Rahmenprogramm. Hier zeigt erneut sich die große kreative Kraft, die im Kulturprojekt „Tiroler Volksschauspiele“ steckt!
Mit Stolz darf ich anmerken, dass die Marktgemeinde Telfs mit der Walter-Pichler-Ausstellung „Für meine Mutter“ in der Villa Schindler ebenfalls einen bedeutenden Beitrag zum Gedenkjahr „80 Jahre Südtirol-Option“ leistet.
Ich wünsche den Tiroler Volksschauspielen 2019 ein gutes Gelingen und uns, den Zuschauern, ein spannendes und berührendes Theatererlebnis!

Christian Härting
Bürgermeister der Marktgemeinde Telfs

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Theaterfreunde!

Die Tiroler Volksschauspiele in Telfs stellen einen besonderen Höhepunkt des heimischen Kultursommers dar und tragen in hohem Maße zum „kulturellen Kapital“ unseres Landes bei.
Heuer wird mit der Neuinszenierung von Felix Mitterers Familiensaga „Verkaufte Heimat“ das größte Theaterprojekt seit Bestehen der Volksschauspiele über die Bühne gehen. Das Stück handelt von der „Option“ der Südtiroler im Jahre 1939 und damit der Entscheidung, in Italien zu bleiben oder auszuwandern und berührt mich als Sohn eines nach Nordtirol ausgewanderten Südtirolers persönlich sehr.
Die Telfer Volksschauspiele sind seit jeher für ungewöhnliche Aufführungsplätze bekannt, so wird die Inszenierung „Verkaufte Heimat“ heuer passenderweise in der Telfer Südtiroler-Siedlung präsentiert. Auch das abwechslungsreiche Rahmenprogramm der Volksschauspiele kann sich sehen lassen: Mit Stücken wie dem Musikkabarett „Tast-A-Tour“ mit Markus Linder, der Dating-App-Komödie „Match me if you can“ von Nina Hartmann und Gregor Barcal oder den „Witwendramen“ von Fitzgerald Kusz mit Katharina, Anna und Nellie Thalbach dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein.
Ich freue mich auf spannende Theaterabende in Telfs, wünsche dem engagierten Team der Tiroler Volksschauspiele viel Erfolg und den Besucherinnen und Besuchern unterhaltsame Stunden.

Ihr
Günther Platter
Landeshauptmann von Tirol

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Vorwort Tiroler Volksschauspiele Telfs 2019

Die Tiroler Volksschauspiele in Telfs zählen zu den Höhepunkten des kulturellen Veranstaltungsreigens im Tiroler Oberland. Durch ihre langjährige Tradition des Schauspiels leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft der Marktgemeinde Telfs, sondern tragen wesentlich zum kulturellen Leben unseres Landes bei.
Dieses Jahr steht mit „Verkaufte Heimat – das Gedächtnis der Häuser“ ein Stück von Felix Mitterer auf dem Programm, das die schwierige Geschichte der Option und die der Südtiroler-Siedlung in Telfs zum Thema hat. Vor 100 Jahren wurde das Land Tirol geteilt, zwanzig Jahre später musste sich die Südtiroler Bevölkerung entscheiden, ob sie auswandern – „optieren“ – oder zuhause bleiben möchte. Für die Auswanderer wurden neue Siedlungen gebaut, für damalige Verhältnisse luxuriös mit Bädern und fließendem Wasser – auch in Telfs, was zu Konflikten mit der einheimischen Bevölkerung führte.
Das Stück von Felix Mitterer verspricht eine spannende Auseinandersetzung mit der damaligen Geschichte, die bis in die heutige Zeit nachwirkt. Passend gewählt ist demnach auch der Aufführungsort in der Telfer Südtiroler-Siedlung, die von der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft  „Neue Heimat“ derzeit in moderne Wohnanlagen „verwandelt“ wird.
Mein Dank gilt dem gesamten Team der Tiroler Volksschauspiele Telfs für das große Engagement und den Mut, geschichtliche Themen mit Aktualität zu füllen. Ich wünsche allen Mitwirkenden eine erfolgreiche Spielsaison und dem Publikum einen bereichernden und spannenden Theatergenuss!

Dr. Beate Palfrader
Landesrätin für Bildung, Kultur, Arbeit und Wohnen

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Tiroler Volksschauspiele Telfs 2019

Mit der Bespielung der Abbruchhäuser der ehemaligen Südtiroler Siedlung mit dem Stück „Verkaufte Heimat“, das sich auf die Geschehnisse, die zur Errichtung dieser Siedlung geführt haben, bezieht, nehmen die Tiroler Volksschauspiele wieder einmal ein außergewöhnliches Projekt in Angriff. In einem Europa der Regionen sollte die Trennung in ein österreichisches und ein italienisches Tirol sowohl kulturell als auch emotional überwunden sein, die künstlerische Beschäftigung mit dem Thema wird zu dieser Entwicklung sicher beitragen. Es ist ein Verdienst der Tiroler Volksschauspiele, dass immer wieder heiße Themen in besonderen Formaten und an speziellen Spielorten behandelt werden, und damit einen Beitrag zur kritischen kulturellen Diskussion leisten. Durch die weit über Tirol hinausgehende Wahrnehmung durch Publikum und Medien sind die Volksschauspiele auch touristisch relevant und werden dementsprechend auch weiterhin gefördert. Wir gehen davon aus, dass die Volksschauspiele auch in Zukunft diese Wirkung entfalten und wünschen dem Ensemble, der Leitung des Festivals sowie der Gemeinde Telfs eine erfolgreiche Abwicklung. Unserem Auftrag entsprechend werden wir uns bemühen, dass auch Gäste, die in der Umgebung urlauben, auf die Aufführungen und das Rahmenprogramm aufmerksam gemacht werden. Besonders begrüßen wir die vielen KünstlerInnen, die während des Festivals in Telfs wohnen und den Ort mit ihrer Anwesenheit bereichern. Ihnen und allen unseren Gästen wünschen wir einen schönen Aufenthalt und aufregende Theaterabende in Telfs!

Dr. Karl Gostner
Obmann Innsbruck Tourismus

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Niemals vergessen

Von der „Piefkesaga“ über „Kein Platz für Idioten“ bis zum aktuellen, bei den Tiroler Volksschauspielen heuer uraufgeführten Stück „Verkaufte Heimat“: Felix Mitterer hebt uns einmal mehr den Spiegel vor und regt zum Nachdenken an. In seinem aktuellen Stück holt er – 80 Jahre nach Beginn der Nazi-Schreckensherrschaft – die dunkle Siedlungspolitik des Dritten Reichs zurück auf die grelle Theaterbühne.
Adolf Hitler und der italienische Faschistenführer Benito Mussolini schlossen damals ein Abkommen. Dieses zwang Südtiroler, sich zu entscheiden, ob sie unter den Bedingungen des italienischen Faschismus in Südtirol bleiben oder in das Deutsche Reich auswandern wollen. 80 Prozent (das waren 166.488 Südtiroler) entschieden sich für die Option.
Bis Kriegsende wanderten etwa 75.000 Menschen aus. Viele von ihnen nach Tirol. In etlichen Tiroler Gemeinden stellen die charakteristischen Wohnsiedlungen ein Zeitzeugnis dar. Viele von diesen wurden von der eigens gegründeten NEUE HEIMAT TIROL errichtet. Auch der Schauplatz des aktuellen Mitterer-Stücks ist eine alte Südtiroler Siedlung.
Wir von NHT haben die Idee der Tiroler Volksschauspiele von Beginn an tatkräftig unterstützt. Im Sinne unserer historischen Verantwortung halten wir es für wichtig, in Zeiten wieder zunehmender Flüchtlingsströme auf der ganzen Welt an diese schickhalshaften Ereignisse in unserer unmittelbaren Nachbarschaft zu erinnern. Die Volksschauspiele leisten damit auch einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur.
Im Herbst werden hier die Bauarbeiten zur Erneuerung der alten Südtiroler Siedlung wieder aufgenommen. Die architektonische Neuinterpretation der Wohnanlagen von Zams bis nach Kufstein zählt zu den aktuell größten Bauprojekten der NHT. Neben der Errichtung von qualitätsvollen und dennoch leistbaren Wohnungen für unsere Bewohner wollen wir in den Siedlungen stets ein Stück Zeitgeschichte bewahren.
So wie dieses Theaterstück. Wir wünschen gute Unterhaltung!

Hannes Gschwentner & DI Mag. Markus Pollo
Geschäftsführung NEUE HEIMAT TIROL

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Grußworte Tiroler Volksschauspiele 2019

Wenn dem Gedenken zum 500. Todestag von Kaiser Maximilian 2019 in ganz Tirol zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen gewidmet sind, ist es nur konsequent, wenn gerade die Tiroler Volksschauspiele Telfs ein ganz anderes Gedenken in den Mittelpunkt ihres Theatersommers stellen – sind sie doch vor beinahe 40 Jahren angetreten, um gegen den Strom zu schwimmen. Denn nur wer gegen den Strom schwimmt, kommt zur Quelle: sei es zu Beginn mit Felix Mitterers Skandalstück „Stigma“ oder den vielen folgenden, jährlich in den Sommerwochen aufgeführten kritischen, unterhaltsamen, spannenden oder provokativen Stücken von Achternbusch über Palmetshofer und Shakespeare bis zu Lida Winiewicz. Mit der für die Bühne geschaffenen Fassung des ORF-Vierteilers „Verkaufte Heimat“ von Felix Mitterer gedenken die Tiroler Volksschauspiele heuer also nicht Kaiser Maximilian I., sondern dem folgenschweren Optionsabkommen von Hitler und Mussolini im Jahr 1939, das die Südtiroler vor eine äußerst grausame Wahl stellte: „dableiben oder außigian“. Die Gesellschaft wurde gespalten, Familien wurden getrennt, die „Dableiber“ als Verräter gebrandmarkt, die Auswanderer verloren ihre Heimat. Der in Telfs aufgewachsene Künstler Walter Pichler erinnerte sich: „Meine Familie hat das Tal 1941 verlassen (...) und ist nach Nordtirol ausgewandert. Ich war damals fünf Jahre alt und darüber sehr unglücklich, nur meine Mutter, wenn ich mich recht erinnere, war noch unglücklicher.“ Pichlers Zyklus „Für meine Mutter“ ist vom 19. Juli bis 17. Oktober 2019 ebenfalls in Telfs in der Villa Schindler zu sehen. Was für ein Gedenken, was für eine Botschaft in einer Zeit, in der Flucht, Vertreibung und Migration zum Alltag gehören.
Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern der Tiroler Volksschauspiel 2019 spannende Theater- und Kulturabende voller wichtiger Impulse und unvergesslicher Eindrücke!

Ing. DI(FH) Dirk Jäger
Geschäftsführer Gemeindewerke Telfs GmbH

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UNIQA – 15 Jahre Partner der Tiroler Volksschauspiele Telfs

Sponsoring-Strategie von UNIQA ist, mittel- und langfristige Partnerschaften im Bereich Kunst- und Kultursponsoring einzugehen. Daher freuen wir uns besonders, dass wir auch heuer wieder überzeugt mithelfen und den einzigartigen Tiroler Volksschauspielen zur Seite stehen können.
Das Hauptstück des heurigen Theatersommers „Verkaufte Heimat – Das Gedächtnis der Häuser“ von Felix Mitterer steht ganz im Zeichen des 80-jährigen Gedenkens der Option in Südtirol, indem er die damalige Auseinandersetzung entzweiter Dörfer und Familien gekonnt dramaturgisch in Szene setzt.
Der heurige Schauplatz für die aufsehenerregende Freilichtaufführung könnte kaum besser gewählt sein, um als Spiegel der damaligen Zeit zu dienen. Denn die Tribüne mit spektakulärer Kulisse befindet sich in der der alten Südtiroler Siedlung in Telfs. Als damals der Bau der „Südtiroler Siedlungen“ insbesondere in Nordtirol und Vorarlberg begann, wurden auch hier an diesem Schauplatz Wohnungen für die zahlreichen Auswanderer errichtet.
Da die Tiroler Volksschauspiele zu den Garanten für gute Qualität gehören, dürfen sich auch heuer wieder unzählige Besucher auf professionelle Aufführungen, die sich aus 150 Darstellern und Mitwirkenden aus der Umgebung zusammensetzen, freuen.
Ich wünsche den Tiroler Volksschauspielen Telfs für dieses bisher größte Theaterprojekt viel Erfolg und vor allem ein
begeistertes Publikum.

Manfred Miglar
UNIQA Landesdirektor

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Die Sommer in Tirol sind kultur- und vor allen Dingen theaterreich.

Kaum ein Bezirk, so hat man den Eindruck, der den ersten und wichtigsten aller Sommertheaterspiele nicht nachzueifern scheint. In diesem Jahr, so viel ist jetzt schon gewiss, wird sich ihr Vorbild freilich in ganz neue theatrale Sphären aufschwingen. Da werden die Tiroler Volksschauspiele, dieses vor 38 Jahren mit einem veritablen Skandal begründete wichtigste Theaterfestival des Landes, einmal mehr Theatergeschichte schreiben. Wann jemals zuvor war eine ganze Siedlung Thema und Austragungsort eines Stückes? Und wo könnte man dieses nach wie vor schmerzhafte Thema der Option tatsächlich besser erleb- und nachvollziehbar machen als genau dort, wo sich jene Südtiroler Familien, die für ihre deutsche Muttersprache und damit zwangsläufig auch für das Deutsche Reich optiert hatten, plötzlich als nicht willkommene Zugereiste wiederfanden? 30 Jahre nach der Ausstrahlung des gleichnamigen TV-Zweiteilers hat Felix Mitterer, der bedeutendste Dramatiker dieses Landes, zum 80-Jahre-Gedenken an dieses schwierige Geschichtskapitel die „Verkaufte Heimat“ nun zu einem Theaterstück für eine ganze Siedlung und „seine“ Tiroler Volksschauspiele verarbeitet. „Das Gedächtnis der Häuser“ nennt sich diese größte aller Produktionen, welche die Volksschauspiele in ihrer Geschichte je gestemmt haben und an der unter Klaus Rohrmosers Regie so viele Darsteller/-innen wie noch nie mitwirken werden. Ein sinniger Titel. Denn noch tragen sie das Gedächtnis ihrer Entstehungsgeschichte, aber schon bald wird es die Häuser nicht mehr geben, ebenso wie alle jene, die noch leibhaftig davon erzählen könnten. Umso wichtiger, dass wir dem heuer nun nachspüren, uns ein Bild von der zerstörerischen Kraft jener Fake News machen können, mit denen damals Propaganda gemacht und ganze Familien auseinandergerissen wurden. Als langjährige Förderer und Unterstützer der Tiroler Volksschauspiele freut es uns sehr, dass wir für dieses ambitionierte und wichtige Theatervorhaben nun ebenfalls Wegbereiter sein durften. Und so wünsche ich Ihnen und uns allen einen wahrhaft erhellenden Theatersommer, damit sich diese Geschichte nie mehr wiederholen möge.

Dr. Johannes Ortner
Sprecher der Raiffeisen-Bankengruppe Tirol

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